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acvProfil 2-2015 - Frischer Wind im Van-Segment

ACV Auto-Test BMW Active Tourer und VW Golf Sportsvan

Eine gewisse Überlegenheit des VW gegenüber dem BMW hätten wir auch in Sachen Antrieb erwartet. Schließlich gilt der 125 PS starke 1,4-l-Direktein- spritzer aus Wolfsburg mit seinem sei- digen Lauf und dem überzeugenden Kompromiss aus Leistung und Ver- brauch als Musterknabe seiner Gat- tung. Da mitzuhalten dürfte einem Dreizylinder schwerfallen, dachten wir, wurden aber angenehm überrascht. Der gleiche Motor, der in anderer Konfi- guration auch den Hybrid-Sportwagen i8 befeuert, erweist sich im Active Tou- rer als ebenso leistungsstarker wie kul- tivierter Antrieb. Die bei einem Dreizy- linder konstruktionsbedingt auftreten- den Massenkräfte werden von einer Ausgleichswelle und Schwingungs- dämpfern wirkungsvoll unterdrückt – und seine 136 PS reichen aus, um den Golf beim Sprint von 0 auf 100 km/h abzuhängen. Zudem sind sie so genüg- sam, dass sie den Verbrauch des VW- Motors noch unterbieten. DIE ÜBERRASCHUNG: BMW KANN AUCH FRONTANTRIEB Die zweite Überraschung lieferte der Bayern-Van in Sachen Fahrverhalten. Wer glaubte, BMW könne nur Heckan- trieb, sieht sich hier eines Besseren be- lehrt. Ob Einlenkverhalten, Lenkpräzisi- on oder Traktion in Kurven – der Active Tourer macht hier seinem Namen alle Ehre und fährt sich noch agiler als der schon auf sehr hohem Niveau angesie- delte Sportsvan. Der wiederum dürfte komfortorientierten Insassen unter Umständen trotzdem besser gefallen, weil er fühlbar weicher über den Asphalt gleitet als der doch recht straff gefe- derte BMW. Das Fazit: Beide Modelle beweisen auf eindrucksvolle Weise, dass kleine Vans nicht aussehen müssen wie Schuhkar- tons – und dass sie fast alles besser können als ein etwa gleich großer SUV: Sie fahren sich komfortabler und hand- licher, verbrauchen weniger Sprit, bie- ten mehr Platz für Passagiere und Ge- päck als ein BMW X1 oder ein VW Tiguan, kosten aber deutlich weniger. Allenfalls im Gelände ziehen sie den Kürzeren, aber mal ganz ehrlich: Wer will da schon hin? BMW 218i Active Tourer Sehr agiles Fahrverhalten Temperamentvoller Motor Niedriger Verbrauch Straffe Federung Hohes Gewicht Sehr hoher Preis VW Golf Sportsvan 1.4 TSI Übersichtliche Karosserie Edle Qualitätsanmutung Hohe Ladekapazität Hoher Preis Ein Golf ist nun mal ein Golf: Nicht billig, aber dafür auch fast perfekt. Aber ein BMW im Van-Format, dazu noch mit Frontantrieb und nur drei Zylindern? Puristen werden da die Nase rümpfen. Doch dazu be- steht kein Anlass: Die Bayern haben es auf eindrucksvolle Weise ge- schafft, das Praktische mit dem Sportlichen zu verbinden. Der Active Tourer fährt sich so handlich, wie man es von einem BMW erwartet – und selbst mit dem kleinsten Motor muss man nicht auf markentypi- sches Temperament verzichten. Schade nur, dass sich die konstruktiv weniger aufwendige Bauweise nicht auch im Kaufpreis niederschlägt. + - + - von Hermann J. Müller Fazit 18 acv Profil 2/15 1Durchlade in der Mitte, separat umklapp- bare Sitze: Die Rückbank im BMW ist dreigeteilt 1Mit nur drei Zylindern flott und kultiviert motorisiert und sehr handlich, aber ziemlich straff gefedert: Im Active Tourer muss man auf die klassischen BMW-Werte nicht verzichten 1Noch mehr Variabilität bietet der Sports- van: Die Rückbank lässt sich um 18 Zentime- ter verschieben Größer, aber auch teurer: Mit gleicher Ausstattung und Motorisierung kostet der Sports- van 2500 Euro mehr als ein normaler Golf 5

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