Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

acvProfil8_2014 - Der gläserne Autofahrer: wem gehören Fahrzeugdaten

Vernetztes Fahren

acv Profil 8/14 5 schaft nachhaltig geprägt und verändert hat. Dementsprechend spielt Vernet- zung – mit allen ihren Facetten – natür- lich auch im Automobil eine tragende Rolle. Wir befinden uns auf dem Weg zum emissionsfreien und unfallfreien Fahren. Unsere Fahrzeuge sollen un- sere Kunden dabei in Situationen unter- stützen, wo Autofahren mehr Last als Lust ist, und ihnen sichere und komfor- table Begleiter sein. Dazu sind die Fahrzeuge mit so viel Intelligenz ausge- stattet, dass sie die Bedürfnisse des Fahrers erkennen und darauf proaktiv reagieren können. Die intelligente Vernetzung des Fahrzeugs – sei es mit der digitalen Cloud oder der realen Um- welt – ist dabei ein zentraler Stellhebel und Erfolgsfaktor. ACV: Stichwort Fahrassistenzsysteme und autonomes Fahren: Wie kann die Kommunikation von Autos unterei- nander zukünftig funktionieren? Weber: Kurz zusammengefasst: Die Car-to-X-Technologie sorgt für mehr Si- cherheit, erhöht den Komfort und kann einen positiven Beitrag zum Umwelt- schutz leisten – kein Wunder also, dass Mercedes-Benz der erste Automobilher- steller der Welt ist, der diese Technolo- gie schon anbietet. Dank Car-to-X-Kom- munikation erweitert sich die bisherige Fahrzeugsensorik deutlich: Sie ermög- licht einen Blick „um die Ecke“ oder durch Hindernisse hindurch. Sie werden als Fahrer vor kritischen oder gefährli- chen Situationen in Ihrem Umfeld ge- warnt, beispielsweise vor Pannenfahr- zeugen auf der Fahrbahn oder vor vereisten und glatten Fahrbahnoberflä- chen, die vor Ihnen liegen. Sie können so frühzeitig Ihre Fahrweise und Geschwin- digkeit entsprechend anpassen. Dane- ben kann die Car-to-X-Technologie, wie schon erwähnt, auch zu einer effiziente- ren Mobilität beitragen: Der Verkehrs- fluss beispielsweise wird verbessert, wenn die Lichtsignalanlagen nach Be- darf flexibel gesteuert werden können. ACV: Gibt es bei der Entwicklung von vernetztem Fahren einen Standard, an dem sich alle Hersteller orientieren werden? Weber: Das würden wir sehr begrüßen, denn die Car-to-X-Kommunikation lebt massiv davon, dass möglichst viele Fahrzeuge Informationen miteinander austauschen. Da sind wir dran und be- reits in engem Kontakt mit verschiede- nen Stakeholdern. Um Ihnen ein Beispiel zu nennen: Wir standardisieren gerade herstellerübergreifend die WLAN-ba- sierte Car-to-X-Kommunikation. Da- durch wird in Zukunft ein direkter Daten- austausch auch zwischen Fahrzeugen unterschiedlicher Marken möglich sein. Ein wichtiger nächster Schritt. ACV: Wie beurteilen Sie die Akzep- tanz von zunehmender massenhafter Datenerhebung? Weber: Ein wichtiger Punkt, den Sie da ansprechen. Denn die Erhebung, Spei- cherung und Weitergabe von Daten, vor allem personenbezogener Daten, ist ein hochsensibles Thema. Uns ist durchaus bewusst: Ob unsere Kunden akzeptie- ren, dass wir ihre Daten erheben, hängt immer auch von unserem Umgang mit diesen sensiblen Daten ab. Diese Ak- zeptanz, nach der Sie fragen, ist aber auch von anderen Faktoren abhängig, u.a. auch welche Vorteile bzw. welchen Mehrwert wir unseren Kunden dadurch bieten. Unsere Kunden erwarten zu Recht, dass wir dieses Thema sorgsam behandeln. Generell erheben oder ver- arbeiten wir nur dann Daten, wenn un- ser Kunde dem ausdrücklich zuge- stimmt hat. ACV: Sehen Sie Trends, die aufzei- gen, dass elektronische Kontrollsys- teme zu einer Veränderung bei der Einschätzung des Automobils als Garant und Werkzeug für individuelle Freiheit führen werden? Weber: Ja, solche neuen Trends sehen wir. Generell sind gesellschaftliche Ent- wicklungen oft der Ausgangspunkt für neue Technologien. Dazu gehört bei- spielsweise, dass unsere Gesellschaft immer älter wird. Oder auch, dass Men- schen mehr Zeit im Auto verbringen, vor allem im Stau. Mit vernetzten Fahrzeu- gen, die untereinander und mit der In- frastruktur aktiv kommunizieren, ma- chen wir den Verkehr sicherer, flüssiger, ökonomischer und umweltfreundlicher. Außerdem ermöglichen wir, auch im Al- ter mobil zu bleiben. Nicht zuletzt tra- gen auch unsere modernen Carsharing- Konzepte dazu bei, dass das Auto auch in Zukunft ein Garant für individuelle Mobilität bleibt. ACV: Herr Weber, wir bedanken uns für das Gespräch. (Lesen Sie zu diesem Thema auch unser Interview auf den Seiten 6 u. 7.) „Wir erheben nur Daten, wenn unser Kunde dem aus- drücklich zugestimmt hat.“ (Daimler-Vorstand für Forschung Thomas Weber) 1In Zukunft unfallfrei durch den Verkehr durch vernetztes Fahren? (Quelle: Bosch) 1Autonomes Fahren ist kein Zukunftstraum mehr (Quelle: Continental)

Seitenübersicht