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acvProfil8_2014 - Schlägt der Bus die Bahn?

Fernbusse

ternet (siehe Kasten), die tagesaktuell alle Angebote vergleichen. Das haben wir für unsere Testfahrt Hamburg–Ber- lin mit dem Bus und zurück mit der Bahn dann auch genutzt. Rund ein Dutzend Bus-Abfahrten gab es heute Vormittag bis 10 Uhr von der Hanse- zur Hauptstadt, zu Preisen zwi- schen 8 und 15 Euro, planmäßige Rei- sezeit zwischen drei und dreieinhalb Stunden. Solche Tarife gelten kaum als kostendeckend, Preissteigerungen sind daher zu erwarten. Die Bahn verlangt für ihre acht Abfahrten in diesem Zeit- raum zwischen 29 und 78 Euro, dafür ist man planmäßig in 1.42 Stunden vor Ort. Wir wählen lieber den Flixbus um 9.20 Uhr, Fahrpreis 13 Euro, geplante Reisezeit für die 280 Kilometer sind 3 Stunden 20 Minuten. FERNBUS: GELD SPAREN, ABER ZEIT VERLIEREN Am ZOB in Hamburg wartet eine bunte Gesellschaft, in der Mehrzahl Senioren und junge Leute. „Ich würde lieber mit der Bahn fahren, aber die ist mir zu teuer“, sagt Lara, Afrikanistik-Studen- tin, die zwischen den Städten pendelt und früher auch Mitfahrzentralen nutzte (die gelten als zweite Verlierer des Bus- Booms). Eine Gruppe fröhlicher Rent- ner („wir haben Zeit, und im Bus ist es so gemütlich“) stört es auch nicht, dass für unsere Verbindung gerade eine Stunde Verspätung angezeigt wird – der Bus kommt aus Bremen, und auf der A 1 ist oft Stau. Flixbus und andere Linien informieren ihre Kunden auch per Internet über solch Ungemach. Und am modernen Hamburger ZOB lässt es sich gut warten. Für 1000 Abfahrten und mehr pro Woche ist man hier bes- tens gerüstet, mit Gastronomie, Sani- täranlagen, elektronischen Infotafeln und Reisebüros. Damit zählt dieser ZOB bundesweit zu den Vorbildern, viele andere sind mittlerweile hoff- nungslos überlaufen, was Stadtvätern und Buslinien Sorgen bereitet. BAHN: TEURER, ABER SCHNELLER AM ZIEL Nach der Unpässlichkeit zu Beginn läuft die Berlin-Fahrt absolut reibungs- los, und übrigens auch mit gutem Um- welt-Gewissen: Ein voll besetzter Rei- sebus hat pro Person rund 50 Prozent weniger CO2-Ausstoß als die Bahn. Die wird dann für den Rückweg genutzt. Die Preisunterschiede sind ähnlich wie bei der Hinfahrt, wir haben dank recht- zeitiger Buchung noch ein günstiges 29-Euro-Ticket für den ICE „Rathe- now“ ergattert, der Normalpreis hätte 78 Euro betragen. Abfahrt im Chrom- Glas-glänzenden Berliner Hbf. um Punkt 14.16 Uhr, die Atmosphäre im Großraumwagen ist kühler als im Bus, für WLAN über Hotspot wird ein Tages- satz von 4,95 Euro berechnet, die Ge- schäftsreisenden an Bord stört das nicht. Dafür wer- den im Restau- rantwagen Vesper- teller und Thun- fischsalat serviert, der Kaffee-Service rollt durchs Abteil. Die Klimatisierung ist heute nicht überfordert, 220 km/h zeigt die Tempoanzeige auf dem Info- Display, der ICE wirkt im Vergleich zum Bus etwa so wie ein Düsenjet gegen- über einer Propellermaschine. Ankunft Hamburg Hbf. Punkt 15.57 Uhr, wer mehr Geld als Zeit hat, der fährt hier genau richtig. Sonst lohnt ein Blick Richtung Bus – zumindest solange die heutigen Kampfpreise gelten. acv Profil 8/14 21 Fernbus- Suchmaschinen Das ständig wachsende Angebot der Fernbuslinien und -tarife lässt sich am besten im Internet überbli- cken, zumal längst nicht alle Anbie- ter eigene Ticketschalter an den ZOBs unterhalten. Teilweise wer- den auch die entsprechenden Bahn- Angebote mit aufgeführt. Gute Suchmaschinen sind zum Beispiel: www.busliniensuche.de www.CheckMyBus.de www.fernbus24.de www.busticket.de www.fernbusse.de www.fahrtenfuchs.de 1Gemütliche Atmosphäre: Viele Fernbusse bieten jede Menge Komfort und sogar kos- tenloses WLAN 1Mindestens doppelt so teuer, dafür aber auch schneller: Die Bahn fährt planmäßig in 1.40 h von Berlin zum Hamburger Hauptbahnhof 1Große Auswahl in der Suchmaschine von www.busliniensuche.de: Auf der Strecke Hamburg-Berlin kostet das Busticket zwischen 8 und 15 Euro, bei der Bahn zahlt man zwischen 29 und 59 Euro

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